Künstliche Intelligenz schreibt Texte, analysiert Daten, strukturiert Informationen und automatisiert immer mehr Arbeitsabläufe. Gleichzeitig ermöglichen digitale Plattformen eine Zusammenarbeit unabhängig von festen Orten. Damit stellt sich für Startups, wachsende Unternehmen und etablierte Betriebe eine zentrale Zukunftsfrage: Wozu braucht es noch ein Büro, wenn KI und digitale Werkzeuge einen großen Teil der Arbeit übernehmen?
Im AREO Treibhaus in der Graf-Adolf-Straße 41 wird über die gesamte Startup Week hinweg erlebbar, wie sich die Rolle des Büros im KI-Zeitalter verändert. Besucherinnen und Besucher können moderne Raum- und Bürokonzepte kennenlernen, neue Arbeitswelten entdecken und darüber ins Gespräch kommen, was physische Orte künftig leisten müssen.
Den inhaltlichen Höhepunkt bildet am Mittwoch die Keynote von Linda Wienkamp unter dem Titel „Wozu noch ein Büro, wenn KI alles kann?“.
Arbeiten, produzieren und wachsen
Das AREO Treibhaus verbindet Büroflächen, Coworking Space und ein Podcast-Studio an einem zentralen Standort in Düsseldorf. Es richtet sich an Unternehmen, Selbstständige und Teams, die flexibel arbeiten, professionelle Strukturen nutzen und sich räumlich weiterentwickeln möchten. Die Flächen reichen vom kompakten ersten Büro über Räume für eingespielte Teams bis hin zu größeren Einheiten für den nächsten Wachstumsschritt. Ergänzt werden sie durch einen Coworking-Bereich für Menschen, die eine professionelle Alternative zum Homeoffice suchen.
Im Podcast-Studio können Unternehmen, Kreative und Selbstständige eigene Inhalte produzieren. Damit verbindet der Standort unterschiedliche Anforderungen der heutigen Arbeitswelt: konzentriertes Arbeiten, Zusammenarbeit, Kommunikation und Wachstum.
Der passende Raum verändert sich mit dem Unternehmen.

Vom Arbeitsplatz zum Begegnungsort
Wenn viele Aufgaben von überall erledigt werden können, verliert das Büro seine frühere Selbstverständlichkeit. Überflüssig wird es dadurch jedoch nicht. Seine Funktion verändert sich: Statt nur Schreibtische bereitzustellen, soll es Austausch, Zusammenarbeit und Unternehmenskultur ermöglichen.
Während der Startup Week wird diese Idee praktisch erlebbar. Unterschiedliche Möbel und Raumkonzepte zeigen, wie konzentriertes Arbeiten, kreative Prozesse und persönliche Gespräche miteinander verbunden werden können.
Im Mittelpunkt steht dabei die Begegnung – genauso, wie es auch im modernen Büroalltag sein sollte. Ein Barista sorgt für frischen Kaffee, während die Räume Gelegenheit bieten, Ideen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Das Büro der Zukunft ist kein Pflichtort, sondern ein Ort mit Mehrwert.
Menschen kommen schließlich nicht nur zusammen, um Aufgaben abzuarbeiten. Sie teilen Wissen, entwickeln Ideen, treffen Entscheidungen und bauen Vertrauen auf. Gerade diese ungeplanten Begegnungen lassen sich digital nur eingeschränkt ersetzen.
Linda Wienkamp gestaltet Arbeitswelten
Linda Wienkamp ist Gründerin und Inhaberin der KONZEPTBUDE sowie Expertin für Arbeitsweltkonzepte im DACH-Raum. Seit 2011 plant und realisiert sie Bürokonzepte, die Arbeitsprozesse in passende räumliche Strukturen übersetzen und dadurch die Ziele von Unternehmen unterstützen.
2023 gründete sie die KONZEPTBUDE, um ganzheitliche und zukunftsfähige Arbeitsumgebungen zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht allein Möbel, Flächen oder Einrichtungstrends, sondern die Menschen, die später in den Räumen arbeiten.
Ein zentraler Bestandteil ihres Ansatzes ist deshalb die aktive Einbindung der Mitarbeitenden in die Planung. So entstehen individuelle Arbeitswelten, die Akzeptanz schaffen, Zusammenarbeit fördern und Unternehmenskultur sichtbar machen.
Zukunft geschieht nicht einfach – sie wird gestaltet.
Linda Wienkamp verbindet funktionale Planung mit strategischem Denken. Sie ist zertifizierte Quality Office Consultant, Referentin bei der Mensch und Büro Akademie und Mitautorin einer Trendrecherche zur Arbeitswelt der Zukunft.
KI schafft keine Unternehmenskultur
In ihrer Keynote beschäftigt sich Linda Wienkamp mit der Frage, welche Rolle physische Arbeitsorte künftig übernehmen. Ihre zentrale Beobachtung: Künstliche Intelligenz kann Prozesse beschleunigen, Informationen auswerten und operative Aufgaben übernehmen. Eine gemeinsame Kultur kann sie jedoch nicht erzeugen.
Effizienz lässt sich automatisieren. Zugehörigkeit nicht.
Remote Work kann organisatorisch hervorragend funktionieren. Daraus entstehen aber nicht automatisch Vertrauen, Identifikation oder ein gemeinsames Verständnis davon, wie ein Unternehmen arbeitet. Besonders in wachsenden Teams entwickeln sich wichtige Bindungen durch persönliche Gespräche, gemeinsam gelöste Probleme und spontane Begegnungen.
Physische Arbeitsorte können dafür den passenden Rahmen schaffen. Sie machen die Identität eines Unternehmens erlebbar und bieten Raum für Erfahrungen, die sich nicht vollständig in Videokonferenzen übertragen lassen.
Menschen brauchen einen Grund zu kommen
Die Antwort auf die neue Arbeitswelt kann nicht darin bestehen, Beschäftigte pauschal zurück ins Büro zu verpflichten. Anwesenheit allein erzeugt weder Kreativität noch produktive Zusammenarbeit.
Menschen kommen nicht wegen des Schreibtischs, sondern wegen der Menschen.
Ein moderner Arbeitsort muss deshalb einen erkennbaren Vorteil gegenüber dem Homeoffice bieten. Dazu gehören Bereiche für Austausch, Rückzug und gemeinsames Arbeiten ebenso wie eine Kultur, die Offenheit, Eigenverantwortung und Beteiligung fördert.
Linda Wienkamp zeigt, warum Raumgestaltung, Arbeitsorganisation und Kulturentwicklung zusammen gedacht werden müssen. Moderne Möbel allein reichen nicht. Auch Prozesse, Führung und Arbeitsweisen müssen zu den Räumen passen.
Kultur als Wettbewerbsvorteil
KI-Anwendungen und digitale Werkzeuge sind für immer mehr Unternehmen verfügbar. Wettbewerber können dieselben Technologien einsetzen und ähnliche Prozesse aufbauen. Eine glaubwürdige Unternehmenskultur lässt sich dagegen nicht einfach kopieren.
Technologie kann kopiert werden. Kultur nicht.
Für Startups, Scale-ups und mittelständische Unternehmen wird die Gestaltung von Zusammenarbeit deshalb zu einer strategischen Aufgabe. Wer Räume, Prozesse und Kultur aufeinander abstimmt, kann Wissen schneller teilen, Beschäftigte stärker binden und Innovation fördern.
Die Angebote während der Startup Week richten sich an Gründerinnen und Gründer, Geschäftsführer, Investoren und Entscheider sowie an Verantwortliche aus den Bereichen People & Culture, New Work, Standort- und Unternehmensentwicklung.
Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Unternehmen im KI-Zeitalter noch ein Büro brauchen. Entscheidend ist, ob sie daraus einen Ort machen, an dem etwas entsteht, das künstliche Intelligenz nicht ersetzen kann: Austausch, Vertrauen und gemeinsame Kultur.
Wozu noch ein Büro, wenn KI alles kann?
9. September 2026, 10:00–12:00 Uhr, Graf-Adolf-Straße 41, 40210 Düsseldorf
